Ich bin Mitglied im Theologinnenkonvent, weil ...

Roswitha Alterhoff
Prälatin i.R.

Roswitha Alterhoff
Foto © medio.tv/schauderna

Ich bin Mitglied im Theologinnenkonvent, weil ...

  • ... wir am Anfang so wenige Frauen im Pfarramt waren und uns austauschen wollten,
  • ... es noch so manche Ungleichheiten gab, die es zu bearbeiten galt: zum Beispiel wurden Kirchenvorstände gefragt, ob sie eine Frau im Pfarramt akzeptieren,
  • ... wir Gemeinschaft unter Gleichgesinnten gesucht haben und uns nicht allein lassen wollten,
  • ... mich die frauenspezifische Perspektive auf kirchliche Handlungsfelder interessiert hat,
  • ... ich mithelfen wollte, den ersten Theologinnenkonvent wiederzubeleben, dem wir so viel verdanken,
  • ... ich die Anliegen der Schwestern im Amt unterstützen will,
  • ... ich die Themen der Feministischen Theologie dort gut aufgenommen weiß,
  • ... mir die Kontinuität des Konventes wichtig ist.

Nicola Haupt
Referentin für Sonderseelsorge im Landeskirchenamt der EKKW

Nicola Haupt
Foto © medio.tv/schauderna

Ich bin Mitglied im Theologinnenkonvent weil ...

  • ... mir durch die Begegnung mit Amtsschwestern immer wieder neu die Augen dafür geöffnet werden, dass Frauen anders denken und sprechen, sich anders verstehen und kommunizieren, und in einer patriarchal geprägten Welt weibliche Vorbilder und schwesterliche Solidarität brauchen, um zu ihrer vollen Größe und subjektiven Stärke wachsen zu können.
  • ... die Begegnung mit den Schwestern und Müttern des Glaubens meinen Weg zur Theologie und in der Kirche seit meinem Studienbeginn 1978 entscheidend geprägt hat: Luise Schottroff hat im neutestamentlichen Seminar an der Mainzer Johannes Gutenberg- Universität Frauen in der Nachfolge Jesu sichtbar werden lassen und in ihrer Bedeutung für die Verkündigung des Evangeliums, die Sammlung und Stärkung der ersten Gemeinden gewürdigt. Das war die Initialzündung für meinen Weg ins Pfarramt!
  • ... ich von den theologischen Müttern und Schwestern Impulse erhalte, den Schatz an verborgenen, ins Abseits gedrängten, übersehenen und zum Schweigen gebrachten Frauen in biblischen und kirchenhistorischen Quellen als "Gotteslehrerinnen" für mich zu entdecken.
  • ... ich erlebt habe wie Theologinnen in den 80er Jahren im universitären und kirchlichen Bereich mühsam um wissenschaftliche Anerkennung, Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit kämpfen mussten.
  • ... die Begegnung mit der weiblichen Tradition unseres Glaubens und das Rekonstruieren und Sichtbarmachen der Geschichte von Frauen in Theologie und Kirche durch feministische Theologinnen mir den Rücken gestärkt hat, meine ersten Schritte ins Pfarramt zu einer Zeit zu gehen, in der noch von Brüdern beiderlei Geschlechts geredet und inklusive Sprache im besten Fall belächelt und abgetan wurde.
  • ... der Theologinnenkonvent einen geschützten Raum bietet, unter Schwestern das eigene Bewußtsein für gerechte Sprache in Liturgie und Predigt zu entwickeln und erproben.
  • ... dort Theologinnen ermutigt werden, ihre Stimmen zu erheben, Leitungsverantwortung zu übernehmen und selbstbewusst aus feministisch-theologischer Perspektive heraus die kommunikative Kultur und Gestalt unserer Kirche zu verändern.
  • ... wir dort das theologische Erbe unserer Mütter im Glauben erinnern , den Schwestern im Glauben begegnen, und zu einer geschlechtergerechten Kirche - über Kurhessen- Waldeck hinaus in der weltweiten Ökumene - beitragen können.

Elisabeth Krause-Vilmar
Pfarrerin

Elisabeth Krause-Vilmar
Foto © Privat

Ich bin Mitglied im Theologinnenkonvent, weil mir bewusst ist, dass ich frei und uneingeschränkt Theologie studieren konnte. Dafür bin ich unseren Eltern und Großeltern dankbar. Männer und Frauen haben meiner Generation den Weg geebnet.

Dass diese Freiheit keine Selbstverständlichkeit ist, konnte ich immer wieder erfahren: In Jerusalem beim Studium mit katholischen Theologiestudierenden und im Leben in dieser multireligiösen Stadt waren wir evangelischen Theologiestudentinnen etwas Außergewöhnliches. Das wurde mir auch in Gesprächen mit Theologinnen aus Mittel- und Osteuropa während der Vorbereitung des Kirchentags in Dresden deutlich.

Manche beklagen, der Pfarrberuf werde tendenziell ein Frauenberuf. Wird er dies auch in den Führungspositionen sein? Aus meiner Sicht tut es Theologie und Kirche gut, wenn sie nicht nur männlich, westlich und weiß sind. Dazu möchte ich gerne einen Beitrag leisten.


Anke Zimmermann
Pfarrerin und Kassenführerin im Theologinnenkonvent der EKKW

Anke Zimmermann
Foto © medio.tv/schauderna

Ich bin Mitglied im Theologinnenkonvent, weil ...

  • ... es mir wichtig ist, mit anderen Theologinnen vernetzt zu sein, um sich auszutauschen, zu korrigieren und zu unterstützen
  • ... ich sehr interessiert bin an Einsichten und Perspektiven der feministischen Theologie und deren Umsetzung in die gemeindlichen Handlungsfelder, z.B. Projekte wie "feministisch predigen" und "Bibel in gerechter Sprache"
  • ... ich einen weiten Blick auf das Leben, den Glauben und die Theologie schätze und offen bin, Neues kennenzulernen und in die Praxis einzubringen
  • ... das schwesterliche, weltweite Miteinander für mich inspirierend ist und der Erfahrungsaustausch meinen Horizont weitet
  • ... Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch keine Selbstverständlichkeit ist und anhaltende Arbeit an den Strukturen erfordert
  • ... es einfach ein gutes Netzwerk ist

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